rumlingen und der Wald vor lauter Bäumen

In Ordnung

9 Kommentare

Es ist völlig in Ordnung, um Punkt 6 Uhr anzurufen und zu sagen, dass man zu spät zur Frühschicht kommt. Weil man gerade erst losfährt. Fuhr ja vorher nix, weil Feiertag. Völlig überraschend.

Es ist völlig in Ordnung, einfach mal die Nachtschicht von Sonntag auf Montag ausfallen zu lassen. Wird schon niemand merken. Und wenn, hat man’s halt vergessen.

Es ist völlig in Ordnung, um 20:45 zu melden, dass man morgen nicht zur Frühschicht kommen kann, weil ein Familienmitglied aus dem Krankenhaus kommt. Klar. Das Krankenhaus hat das um 20:30 bekanntgegeben. Da konnte der Urlaub natürlich nicht mehr von einem Teamleiter genehmigt werden, das musste dann der Kollege quasi selber tun.

Es ist völlig in Ordnung, ständig zum Rauchen zu marschieren, und dann trotzdem 45 Minuten Mittag zu machen. Obwohl laut Vereinbarung Raucherpausen von der Mittagspause abzuziehen sind. (Eigenregie)

Völlig in Ordnung ist auch, um Punkt Dienstbeginn auf der Matte zu stehen, 15 Minuten zum hochfahren etc. zu benötigen, und dann nach 30 Minuten „mal eben zum Bäcker rüber“ zu gehen. So lange nur wir zwei Frühschichtler da sind, ist das ja kein Problem , oder? Machste halt die Hotline mal alleine. Ach ja: Und statt 30 Minuten Mittag mach ich einfach mal 60, oder so. Passt schon.

Unser Service Desk (SPOC) geht um 19:45, danach übernimmt die Spätschicht vom 1st lvl auch deren Aufgaben. Also die, die nicht warten können. Da ist es dann völlig in Ordnung, wenn Emails einfach liegenbleiben. Kann ja nicht so wichtig sein, wenn der Service Desk schon weg ist, oder?

Mich wundert langsam nicht mehr, dass die deutsche Wirtschaft so ist, wie sie ist. Entweder man überwacht ALLE Angestellten bis aufs Klo, oder jedes bisschen Freiheit wird gnadenlos ausgenutzt.

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9 Kommentare zu “In Ordnung

  1. Ein Ex-Chef meiner Mutter – er ist übrigens ein Jahr nach Stellenwechsel verstorben (offenbar an einem plötzlichen Anfall an Hektik):

    9:30 – Erscheinen im Büro. Kaffee trinken. Gebäck essen. Zeitung lesen.
    10:30 – Arbeiten.
    12:00 – Mittagspause.
    14:00 – Erscheinen im Büro. Arbeiten.
    17:00 – Feierabend.

    Aber immerhin war die „Arbeit“ mit ihm angenehm, weil er sich nie wirklich um etwas kümmerte. Was bedeutete, dass die Untergebenen relativ frei arbeiten konnten, ohne Dreinreden von oben.

  2. Nunja, als Chef kann er das machen. Geht ja dann auf seine Tasche.

  3. „In diesem Moment hält sich meine Gutgläubigkeit eine Pistole an die Schläfe und drückt ab.“
    Torsten Dewi

    😉

  4. Meine Gutgläubigkeit ist wie Lazarus – die ersteht immer wieder auf

  5. Ähm, ich gehe davon aus, dass du immer vom gleichen Kollegen sprichst? Oder sind bei euch alle so??????

    OMG. Mein Glaube an die Menschheit hat sich gerade im Gummibaum erhängt 😦

  6. Macht es gerade auch nicht besser… 😦
    Scheint ein Konzernphänomen zu sein… Und festigt mein wunderbares Vorurteil gegenüber einigen Aspekten dieses Unternehmens.

  7. Du meinst, im Rest der deutschen Wirtschaft sieht das anders aus?

Rufe in den Wald hinein

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