rumlingen und der Wald vor lauter Bäumen

Edge of Tomorrow

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Diesen Monat is viel Kino angesagt. ^^

-> Here be Spoilers!

Der Film beginnt mit Ausschnitten aus diversen Nachrichtensendungen, die erst über einen Meteoritenabsturz berichten, dann über eine Invasion, und schließlich einen Krieg gegen „Mimics“ (die übrigens aussehen wie die Maschinen aus der Matrix. Just sayin‘). Ausnahmsweise findet diese Invasion in Europa statt. (Allerdings passen die initialen Berichte des Meteors nicht zu Karte der Ausbreitung. Aber wir wollen uns ja nicht nur beschweren, nicht wahr? 😉 )

William Cage ist ein schmieriger, patriarchalisch verklemmter Major, der für die US Army Propagandafilmchen über waffenstrotzende Exoskelette dreht. Er wird über einige Interviews im Fernsehen eingeführt, die sehr schnell das Bedürfnis wecken, ihm einfach mal das schmierige Grinsen aus dem Gesicht zu prügeln.

Zu Beginn der Offensive gegen die Mimics (die Pläne haben sie direkt vom D-Day geklaut) wird er einem britischen General unterstellt, der ihm für diese „Operation Downfall“ eine Truppe unterstellen will. Als Cage sich herauszuwinden versucht und schließlich den General bedroht, lässt dieser ihn verhaften, degradieren, als Deserteur brandmarken und als Kanonenfutter zur Offensive verschiffen.

Hier beginnt die eigentliche Story: Cage wacht in Handschellen auf einem Stapel Seesäcke im Militärlager auf dem Rollfeld von Heathrow auf und wird von einem Drill Sergeant liebenswürdig geweckt. Man steckt ihn zu einer Truppe ziemlich individueller Soldaten, mit denen er am nächsten Morgen in eins der schon erwähnten Exoskelette („Jackets“ genannt) gesteckt, in einen Hubschrauber verladen und dann über der französischen Küste abgeworfen wird. Soweit der Plan.

Natürlich sind die Mimics nicht sonderlich überrascht. Der Strand wimmelt von Feinden.

Am Tag der Offensive stolpert er etwas verloren im Feld herum. Cage hat es durch seine unvergleichlich sympatische Art nicht einmal geschafft, eine grundlegende Einweisung in sein Jacket zu bekommen (Ausrüstung, um die es in seinen Propagandafilmchen ging, und die er wohl diversen Ländern aufgeschwatzt hat. Er sollte also schon zumindest Grubdlagenwissen haben!), und kämpft mit der Sicherung seiner Waffe, bis er schließlich durch puren Zufall die richtige Einstellung findet. Er tötet ein paar Mimics, bevor ein farblich hervorstechender, in einem schönen hellen blau gehaltener Mimic ihn angreift. Cage zündet eine Claymore und jagt den Mimic und sich selbst hoch.

Nächste Szene: Cage wacht in Handschellen auf einem Stapel Seesäcke auf und wird von einem Drill Sergeant liebenswürdig geweckt.

Wie er später herausfindet, war der blaue Mimic ein Alpha, mit besonderen Zeitmanipulationsfähigkeiten. Durch den Kontakt mit dessen Blut erlebt jetzt auch Cage den gleichen Tag wieder und wieder.

Rein logisch hat er nach dem ersten Reset keinen erneuten Kontakt zu dem Mimicblut, er sollte also nicht wieder und wieder resetten. Tut er aber.
Rein logisch müsste der Alpha ebenso resetten. Rein logisch müsste er bemerken, dass er seine Fähigkeit offenbar übertragen hat, denn Cage ist der einzige, der dann am „nächsten“ Tag nicht da ist, wo er sein sollte. In diesem Moment würde ich ihm einen Haufen Mimics auf den Hals hetzen, irgendwo an ein Schiff nageln und dann ausbluten lassen.

Aber Logik beiseite (er selbst hält es sowieso eher mit „Trial and Error“), Cage versucht nun irgendwie den Tag der Offensive zu überleben. Ich habe den Eindruck, dass sein Rekord irgendwo bei 10 Minuten liegt.

Am Strand stolpert er über Rita, deren Bild in Jacket und mit einem riesigen Schwert er bereits in London gesehen hat. Er versucht, ihr Leben zu retten (und versagt dabei bestimmt einen Monat lang), bis sie endlich versteht, was mit ihm los ist, und ihm sagt, er solle zu ihr kommen, wenn er aufwacht.

Auch dazu braucht er wieder ein paar Tage, diesmal billigem Slapstick geschuldet. Rita bringt ihn zu einem Wissenschaftler, der als Jacket-Mechaniker arbeitet, und der nun die Logik hinter seinem Resetting erklärt: Der Alpha, den Cage getötet hat, hat seine Zeitmanipulier-Fähigkeit an ihn abgegeben. Abgesehen davon gibt es noch ein Omega, quasi das zentrale Gehirn. Rita hat in Verdun das Gleiche erlebt, wurde aber verletzt, in ein Lazarett gebracht und ihr wurde Blut gegeben, wodurch das Resetten aufhörte, bevor sie den Omega finden konnte.

Rita beginnt, Cage zu trainieren, bis er die angekündigten Visionen über das Versteck des Omega bekommt, und die beiden ziehen los, um es zu töten. Nicht besonders erfolgreich, aber Cage resettet munter weiter.

Irgendwann schaffen sie es weg von dem Stand, mit einem Auto quer durch Land, bis ihnen der Sprit ausgeht und sie einen Hubschrauber finden. Cage tut, was auch schon Bill Murray in Groundhog Day getan hat: Er nutzt den resettenden Tag, um mehr über die Frau seiner Träume zu lernen, um sich mit diesem Wissen dann näher an sie heranzuwieseln. Aber der Hubschrauber ist die Grenze, an dieser Stelle stirbt Rita, egal was Cage tut.

Beim nächsten Reset versucht er es ohne sie, und schafft es tatsächlich bis zu dem Ort, an dem sich angeblich das Omega versteckt. Doch er findet nur einen Alpha, der versucht ihn durch ausbluten zu töten, aber Cage schafft es zu ertrinken.

Neue Theorie-Runde mit dem Wissenschaftler. Neuer Plan: Den General, der Cage zu Operation: Downfall geschickt hat, davon überzeugen, ihnen einen Prototyp auszuhändigen, der Cage eine Vision des echten Aufenthaltsort des Omega verrät. Auch dabei sterben sie mehrere Dutzend Mal (wenn nicht öfter), aber nachdem Cage die Vision hatte, findet man ihn blutend in seinem Fluchtauto, bringt ihn in ein Lazarett, und gibt ihm Blut.
Damit ist das Resetting unterbrochen.
Abgesehen davon ist es immer noch früh genug VOR der Offensive, um Cages seltsame Truppe zu rekrutieren, einen Hubschrauber zu stehlen und sich nach Paris aufzumachen.
Hier beginnt ein „Zehn kleine Jägermeister“, bis schließlich Rita und Cage alleine kurz vor dem Unterwasserversteck des Omega stehen, der von nur einem einzigen Alpha bewacht wird. Rita geht den Alpha ablenken (was sie auch viel besser kann, sie ist schließlich immer noch die Einzige mit echten Kampfskills), während Cage sich mit einem Gürtel Handgranaten auf den Omega stürzt. Und es in letzter Sekunde tötet.

Hier wäre ein perfektes Ende für den Film. Wirklich. Los, auf, raus hier!

Zu langsam… Der Omega blutet ein bisschen, und das Blut windet sich um Cage.
Diesmal resettet er nicht zu seinem Stapel Seesäcken, sondern zum Morgen des selben Tages, als er im Hubschrauber auf dem Weg zum General schlief. Überall gibt es News-Berichte, dass die Mimics keinen Widerstand mehr liefern, und die Armeen dabei sind, Europa zu befreien.

Cage begibt sich nach Heathrow, um Rita zu suchen. Jetzt wieder (also eigentlich „immer noch“) ein Major marschiert er in die Trainingshalle direkt auf sie zu und grinst sie grenzdebil an. Roll credits!

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Genau diese Szene zeigt übrigens, dass er aus seiner Erfahrung nichts gelernt hat und noch genau der überhebliche Arsch ist, der er zu Beginn des Films war: als er die Trainingshalle betritt, treten alle Anwesenden an, während er einfach an ihnen vorbeimarschiert und sie stehen lässt. Kein „At ease!“, kein „As you were!“. Er lässt sie einfach angetreten rumstehen, um mit Rita zu flirten.
Ich habe eine Resthoffnung, dass sie ihm das dümmliche Grinsen aus dem Gesicht prügelt.

Übrigens ist die Frauenquote bei den kämpfenden Einheiten ziemlich schlecht. Ich habe genau 2 gezählt, der Rest treibt sich scheinbar in der Etappe herum.

Zur internen Logik habe ich schon im Text meinen Senf abgegeben. Abgesehen davon ist der Film einigermaßen spannend, hat viele Explosionen, Endzeitbilder verschiedener Städte, Action galore. Während die Rolle der Rita mir wirklich gefällt (sie hat ein Hirn UND unglaubliche Kampfskills!), gönne ich Cage jeden einzelnen seiner Tode.
Unterm Strich eine Empfehlung – wenn man 5 Minuten vor Ende fluchtartig das Kino verlässt. 😉

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