rumlingen und der Wald vor lauter Bäumen

Tag 5, Seetag

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Als ich aufwache, hat sich meine Uhr wieder verstellt. Ich habe keine Ahnung, warum ich wieder in der Zeitzone Tallinn stecke. Später beim Frühstück ist es dann GMT. Alles, aber nicht die richtige.
Nach dem Frühstück suche ich mir mit meinem Buch ein lauschiges Plätzchen. Auf dem Pooldeck in der Sonne ist es voll und elendig warm. In der Aussichtslounge auf den Sitzsäcken noch wärmer.

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Schließlich finde ich aber ein Plätzchen. Später am Nachmittag wird es unheimlich windig, da ist das Pooldeck wie ausgestorben.
Zum Abendessen komme ich etwas spät, weil mein Buch mich nicht loslassen wollte.
Ich muss noch Kofferpacken. Morgen früh sind wir wieder in Kiel.

So eine Kreuzfahrt ist ja schon ein Erlebnis. Noch dazu, wenn man erfahrene Begleitung dabei hat, die die ganzen Geheimtipps kennt.
Für meinen Geschmack ist die Zeit an Land etwas kurz, denn mich zieht  es ja immer in die Museen. Das war jetzt also quasi „mal Schnuppern“, um zu entscheiden ob ich dringend nochmal hinmuss.
Ja, muss ich. Zumindest nach Stockholm. Mag wer mitkommen? 😉
Ansonsten ist das Leben an Bord mit 2000 Gästen natürlich voll von Rush Hours. Wenn man den Bogen raus hat kann man das meistens umgehen, aber bis dahin starrt man auf das links aufgebaute Schokofrüchte-Buffet und fragt sich, warum sich das Schiff nicht neigt als alles hinstürmt.
Ein ruhiges Eckchen zu finden ist auch nicht ganz einfach. Den maximale Abstand zu schlechter Musik und der Raucherecke zu wahren wird schwieriger, je später es wird.
Andererseits war ich auf dem Sonnendeck ganz vorn die meiste Zeit allein, weil der Wind blies wie verrückt. Voll wurde es hier nur bei Hafeneinfahrt und am letzten Seetag, weil die Sonne schien.
Außerdem zu erwähnen sind die ganzen Restaurants, Buffets, Bars usw. Zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit gab es etwas zu Essen (auch wenn mitten in der Nacht die Auswahl etwas eingeschränkter war). An jeder Bar gab es auch Cocktails ohne Alkohol. Dienstbare Geister liefen überall herum, tischten auf, räumten ab, waren eigentlich immer überaus höflich und gut gelaunt. Nicht alle sprachen gut deutsch, verstanden es aber. Einig wurde man sich immer. Sonderbare Sonderwünsche wurden mit einem Lächeln erfüllt. (Ja, ich mag Eis auf meinen Früchten. Ich esse die nicht, weil sie gesund sind, sonder weil sie gut schmecken. So!)

Ich bin nicht ganz sicher, ob das meine Art zu Reisen ist. Es ist nicht ganz einfach, sich derart von vorne und hinten bedienen zu lassen. 😉
Möglicherweise mache ich so etwas in Zukunft auch mal aus eigenem Antrieb, dann aber nicht in die Karibik, sondern in nördlichere Gefilde. In dieser einen Woche gab es ja nichtmal richtig Seegang, das war wirklich ein Verlust.
Dabei möchte ich auf keinen Fall den Eindruck erwecken, als wäre das keine tolle Reise gewesen. Denn das war es. Ich habe viele neue Dinge gesehen und erlebt, viele leckere Dinge gegessen und getestet, und mal wieder einfach rumgelungert und ein Buch gelesen. Offline. Tagelang offline.

Den letzten Tag, die Landung in Kiel und die Heimreise schenke ich mir, wenn es den werten Lesern genehm ist. Ich bin sicher, niemand will die 217.000ste Version von „mein Zug war unpünktlich“ lesen. Ich bin wieder gesund und munter zu Hause angekommen, meine Wäsche trocknet bereits auf dem Ständer vor sich hin, und in der Küche köchelt mein Abendessen. Jetzt muss ich ja wieder alles selber machen.

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3 Kommentare zu “Tag 5, Seetag

  1. An die Bloggerin zur See:

    Vielleicht bietet die Firma Smyril Line die Kreuzfahrten an, wonach du suchst. Die Kosten-Nutzen-Analyse dürfte durchaus günstig ausfallen:
    – Lange Tage auf See.
    – Du kannst an zwei Orten aussteigen. Das Schiff fährt aber ohne dich weiter.
    – Der Anteil intellektueller Leichtmatrosen an Bord ist wahrscheinlich kleiner.
    – Keine Rund-um-die-Uhr-Buffets.
    – Kostet weniger.
    – Sehr viel Zeit an Land.
    – Man muss aber mehr Bücher mitnehmen.
    – Die Chance, einen Eisbären zu sehen.

    Nå jeg må snakke med ugla min, kanskje hun gjøre det reise med meg en dag… =)

  2. Smyril sind Fähren. Sowas gibts auch nach Schweden oder Norwegen (oder beliebige sonstige Orte). Die machen ja keine Rundreise.

    • Smyril Line. Die fährt nur auf die Färoer und nach Island.

      Die machen sozusagen Rundreisen: Hirthals – Torshavn – Seyðisfjörður – Torshavn – Hirthals.

Rufe in den Wald hinein

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