rumlingen und der Wald vor lauter Bäumen

Lucy

5 Kommentare

Rumi war mal wieder im Kino, es gab „Lucy“.

Der Trailer sagte: Actionfilm mit einem Haufen schlecht recherchierter Wissenschaft, die die Mythbusters schon vor Jahren erledigt haben.

Geliefert wurde… äh. Ja.

Angezogen hatte mich der Trailer, weil es Action gab und Scarlet Johanson. Ich weiß, geschieht mir recht. Außerdem Morgan Freeman (Gott!), und von Luc Besson! Eine amerikanisch-französische Kooperation! Was soll da schiefgehen?

Alles.

1/3 des Films wurde koreanisch oder chinesisch gesprochen. 1/3 französisch. Ein winziger Bruchteil deutsch, italienisch, etc. Der Rest war englisch. Das nächste Mal schaue ich mir das mit dem „OV“ doch etwas genauer an…

Lucy ist der Name des ältesten bisher gefundenen „Menschen“, auch wenn sie Australopithecine war, mehr Affe als Mensch. Und zuuuuuufällig auch der Name einer jungen Frau, die seit einer Woche eine Beziehung zu einem ziemlich dummen Zuhälter / Dealer hat. Er zwingt sie mit einem miesen Trick, für ihn Drogen auszuliefern. Sie spielt mit, anstatt direkt zur Polizei zu marschieren.

Nun kann ja gute, wenn auch hirnlose Action für mich einiges wiedergutmachen – wenn es gut präsentiert wird. Aber was soll ich mit einer Figur mitfühlen, die gleich ziemlich zu Beginn jegliche menschlichen Gefühle verliert, die deutlich zeigt, dass eine Horde Gegner keine Gefahr für sie darstellen, und deren einziges Ziel es zu sein scheint, an mehr ihrer Wunderdroge zu kommen?
Dabei geht sie über Leichen vieler völlig Unschuldiger. Sie erschießt einen Patienten auf dem OP-Tisch, weil er „eh nicht hätte gerettet werden können“. Bei ihrer Jagd durch Paris verursacht sie unzählige schwere Unfälle. Und warum protestiert der Polizist  auf dem Beifahrersitz nicht? Weichei!

Sie entwickelt immer weitere total seltsame Fähigkeiten. Sie sieht diverse Funk-Kommunikation als Fäden, die genau vertikal verlaufen. Was soll das sein? Handys funken nicht zu Satelliten! Sie spielt ein bisschen Matrix und kann den Quellcode eines Telefongesprächs lesen und entschlüsseln. Sie kann fremde Körper durch Handauflegen analysieren und per Berührung Gedanken lesen. Materie manipulieren (aber nur manchmal).

Das einzige, was ihr noch irgendwie gefährlich werden kann ist, wenn die „Droge“ aufgebraucht ist. (Die Droge wird übrigens angeblich von Müttern in der 6. Woche gebildet, um dem Fötus das Heranreifen zu ermöglichen…)

Im Gespräch mit einem Hirnforscher entwickelt sie scheinbar endlich so etwas wie ein höheres Ziel: die Weitergabe ihres Wissens.

Dabei kommt es zu einem Showdown in der Pariser Uni zwischen herbeigezauberten Polizisten und den sie immer noch verfolgenden Mafiosi. Mehr sinnlose Tote, bevor Lucy sich in ihre Bestandteile auflöst und „überall“ ist.

Ich habe noch nie einen Film mit einem derartigen Bodycount gesehen, der mich so total kalt ließ. Die Hauptfigur ist mir egal (sie is ja nie in wirklicher Gefahr), der Polizist ist mir egal (was sollte eigentlich dieser total seltsame Kuss? „Um mich zu erinnern“?? Beklopptes Weib!), die ganzen Toten werden einfach so weggewischt.

Was bleibt, ist ein Film, der mich wegen seiner haarsträubenden Wissenschaft lange genug fasziniert hat, um nicht einfach wegzulaufen. Wie ein Autounfall: man kann einfach nicht weggucken…

Hat ihn jemand von euch gesehen?

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5 Kommentare zu “Lucy

  1. Nein, noch nicht gesehen.

    Wie hoch ist das Schmerzensgeld, das man beim Rausgehen bekommt?

  2. Danke.
    Jetzt bin ich mir sicher, dass ich ihn nicht sehen werde.

Rufe in den Wald hinein

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