rumlingen und der Wald vor lauter Bäumen

Ex Machina

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Nachdem dafür aus diversen Ecken eine Empfehlung kam, habe ich mir dann auch mal Ex Machina angeschaut.
Das ist ausnahmsweise mal ein britischer Film.

Die Story ist schnell erzählt: Nathan, exzentrischer Chef (und Eigentümer) von Bluebox, der weltweit größten Suchmaschine, hat eine AI gebaut und holt sich nun einen Programmierer aus seiner Firma, um eine erweiterte Version des Turing-Tests durchzuführen. Dazu lädt er den Programmierer Caleb für eine Woche auf sein riesiges Anwesen irgendwo im Nirgendwo ein. In fünf Sitzungen darf Caleb nun schauen, ob die AI, Ava, ihn auch dann noch überzeugt, Selbstbewusst und tatsächlich intelligent zu sein, wenn er weiß dass sie eine Maschine ist.
Allerdings ist Nathan dabei nicht ganz ehrlich, er manipuliert Caleb gnadenlos. Der eigentlich Test, den er durchführt, ist, ob Ava echtes Bewusstsein beweist bei dem Versuch, aus seinem Haus zu entfliehen.
Am Ende schafft sie es, Caleb davon zu überzeugen, sie zu befreien, weil Nathan sie sonst „töten“ wird. Dummerweise ist Caleb cleverer, als Nathan glaubte, und schafft es tatsächlich, Ava zu befreien. Ava und ein stummer Vorgängerbot töten Nathan. Caleb bleibt eingeschlossen in Nathans Haus zurück, aus dem er sich mangels Computerzugang nicht befreien kann, während Ava sich in Richtung Zivilisation begibt.

Klingt erstmal nicht wirklich spannend, ist es aber. Während Nathan ganz offensichtlich ein manipulierender Arsch ist, bleibt der wahre Test bis zum Ende unklar.
Auch Ava manipuliert, was das Zeug hält. Manches bemerkt man, wie die sehr mädchenhafte Körperhaltung und Gestik, die ganz eindeutig dafür gemacht sind, Caleb zu bezirzen. Anderes bemerkt man weniger bis gar nicht.
Ich habe von Anfang an die Prämisse, dass Ava eine echte AI ist, angenommen. Dazu gehört einfach ein gewisser Selbsterhaltungstrieb. Insofern nehme ich genau wie Caleb Ava ab, dass sie gerettet werden möchte.
Die große Enthüllung, wer wen wie manipuliert hat, hat mich dann auch überrascht – ich hab die Tiefe nicht erfasst. (Da war dann wohl wieder eine rosa Brille am Werk.) Obwohl es Hinweise gab.
Nathan erklärt Caleb, wie er seine AI programmiert hat: hat er nicht. Er hat einfach weltweit alle Handies belauscht, und alle Suchanfragen abgegriffen. Denn die sagen ihm nicht, was Leute suchen, sondern wie Leute denken.
Über den moralischen Inhalt dieser Aussage geht er einfach hinweg. Und Caleb ist zu überfahren, um dazu irgendwas zu sagen.
Überhaupt wird die AI ziemlich interessant dargestellt, und technisch um einiges korrekter als erwartet. Ava weiß einiges über menschliches Verhalten, zitiert Grundregeln aber nur, ohne sich selbst daran zu halten. Ob Ava Gefühle hat? Schwer zu sagen. Für Caleb jedenfalls nicht, denn sie lässt ihn am Ende eigentlich für einen qualvollen Tod zurück, ohne ihn auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen. Sie zögert auch keine Sekunde, Nathan umzubringen. Im Gegenteil, für mich wirkt sie sogar ein bisschen neugierig.

Im Nachhinein ist es ziemlich schwierig, auszusortieren, wie sehr Arschloch Nathan wirklich ist, und wie sehr er Caleb einfach nur in seinen Test manipulieren wollte.

Am Ende hat Nathan offensichtlich vergessen, die 3 Gesetze in seinen Roboter zu programmieren. Man hätte erwartet, dass ein Nerd seines Kalibers Asimov kennt…

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