rumlingen und der Wald vor lauter Bäumen

Superhelden

Hinterlasse einen Kommentar

Seit einigen Jahren boomen die Superheldenfilme. Einzelne Origin-Stories, Gruppen-von-Superhelden, Restarts von beidem, Stories, die in ganz andere Genres abgleiten…

(Und zur Abwechslung möchte ich hier nicht diskutieren, wie miserabel es auf dem Gebiet der weiblichen Superhelden aussieht. Das wird langsam besser (ist aber noch ziemlich weit von zufriedenstellend!))

Wenn man mich nach meinem Lieblings-Superheldenfilm fragte, würde ich wohl mit „The Dark Knight“ antworten. Dicht gefolgt von „Captain America: Winter Soldier“.
Beide zeichnen sich mMn dadurch aus, dass sie vom üblichen Superheldenfilm abweichen. Sie erzählen keine heroische Geschichte. Oder jedenfalls nicht vordergründig. Beide beschäftigen sich eher mit moralischen Fragen. Sie erzählen zwar eine Geschichte um den jeweiligen Helden, getrieben wird sie aber in beiden Fällen von „normalen“ Menschen. Menschen, die eine Entscheidung zu treffen hatten, und die falsche getroffen haben.
Haben sie?

Im Dark Knight ist das eine Grauzone. Ja, die Cops waren korrupt. Aber der Joker bedroht ihre Familien. Und Batman kann nicht überall sein. Er hat gezeigt, dass er die bevorzugt, die ihm Nahestehen. Dem Rest hilft er nur über Umwege, als Resultat seines Kampfes gegen das Verbrechen.

Im Winter Soldier… bleibt es größtenteils meiner Fantasie überlassen, warum sich Leute Hydra anschließen. Die Serie „Agents of S.H.I.E.L.D“ beleuchtet es ein bisschen: Gleichzeitig mit dem Film übernimmt Hydra auf allen Ebenen die Kontrolle. An strategischen Positionen sitzen Hydra-Agenten, bedrohen die restlichen Agenten mit Waffen – und offenbar entscheiden sich viele fürs Mitlaufen. In einer Organisation wie S.H.I.E.L.D., in der ich einen Haufen Idealisten und Alpha-Persönlichkeiten erwarten würde, die sich nicht einfach so umdrehen lassen, gibt es Horden von Mitläufern. Im Angesicht einer Waffe entscheiden sich nur wenige für direkten Widerstand.

Ich schaue gern Superheldenfilme. Ich mag Action, ich mag Kämpfe und Explosionen. Auch wenn sie total jenseits der Physik sind (*hust*A-Team*hust*).
Aber hängen bleiben die oben genannten Filme. Vielleicht, weil sie meinen eigenen inneren Konflikt widerspiegeln.
Wie wahrscheinlich 99,9% des Publikums identifziere ich mit dem Helden, oder seinem Sidekick. Natürlich, dafür sind sie da.
In der Realität wäre ich wahrscheinlich auch ein Mitläufer. Ich kann hoffen, dass ich mutig wäre, dass ich mich für die richtige Seite entschiede, stünde ich vor der Wahl.

Aber die Wahrheit ist: ich bin ein Mitläufer. Dafür muss ich nur aus dem Fenster schauen (im Übertragenen Sinn). Da draußen in der Realität wiederholt sich gerade ein Film von vor 80 Jahren. Und es gibt kaum Widerstand. Auch nicht von mir. In meiner eigenen kleinen Bubble lege ich wert auf tolerante Menschen. Aber darüber hinaus…
Ich überlege schon seit einer Weile, das Land zu verlassen. Um dann zumindest nicht mehr zur Schweigenden Mehrheit zu gehören. Aber wo ist es besser? Diesmal ist es ein weltweites Phänomen. Orte ohne das eine Problem haben dann ein anderes: Misogynie, Totalüberwachung, Militärdiktatur. Die Liste ist lang.

Bleibt eigentlich nur noch die Eremitage.

Aber wie komme ich dann an die neuen Superheldenfilme? (Die, in denen dann ENDLICH Frauen aktiv mitspielen?)

Advertisements

Rufe in den Wald hinein

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s