rumlingen und der Wald vor lauter Bäumen

Wonder Woman

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Es gab zur Abwechslung mal wieder großes Kino. Here be spoilers, wie üblich.

Und es war ganz großes Kino!

Die Story spare ich mir diesmal, die gibt es hier. Aber wenn ihr ihn noch ansehen wollt, tut es bevor ihr klickt.

Um fair zu sein: der Film leidet ein bisschen unter dem Hype, der um ihn gemacht wurde, und unter den Hoffnungen, die auf seinen Schultern liegen. Es ist praktisch unmöglich, alle diese Hoffnungen zu erfüllen.

Und ich finde, er leidet auch ein bisschen unter FSK 12.

Und doch ist der Film großartig. Die Schauspieler sind Spitze, die Szenerie ist atemberaubend, CGI ist (bis auf wenige Ausnahmen) kaum wahrnehmbar(, und wenn, dann nicht schmerzhaft).

Der Humor ist gut verpackt, es gibt nicht viel richtigen Slapstick, aber genug anderweitig humorvolle Situationen. Diana ist genauso groß oder größer als die Männer um sie herum. Eine solche Frau einkleiden zu wollen stelle ich mir schwierig vor.
Steve’s Sekretärin ist unterhaltsam (obwohl mir nicht ganz klar ist, warum ein Spion eine eigene Sekretärin hat).

Gal Gadot ist eine super Besetzung, Chris Pine war nicht eine Sekunde lang Captain der Enterprise, Connie Nielsen war kaum Maurc Aurels Tochter. Ok, Saïd Taghmaoui hat offenbar den Zensor bestochen, war aber sonst super.
Und Remus Lupin hat mich wirklich in die Irre geführt. Ich beschuldige Harry Potter: David Thewlis ist einfach ein netter Kerl. Jemand, der auch gegen offizielle Doktrin versucht, das Richtige zu tun.
Äh, ja…

Die Story ist nicht schlechter als andere Superheldenfilme auch.

Ok, das war schon kein Lob mehr.

Dass die griechische Mythologie schwer verbogen wird, ist schon fast nicht mehr erwähnenswert. Da ist Thor Vorreiter.

Wonder Woman leidet unter dem gleichen Problem wie Superman auch: Sie ist geradezu unverwundbar. Ja, zu Beginn sehen wir einen kleinen blutenden Schnitt am Oberarm. Der wenige Stunden später schon wieder weg ist.
Aber eine (reale) Stunde später läuft sie nur mit Schild und Schwert (!!!) über das Niemandsland der belgischen Front, und bekommt nicht einen einzigen Kratzer ab. Nicht einmal Schmutzflecken!

Zu einer Heldenreise gehört ein Tiefpunkt, die „Dunkle Nacht der Seele“, an der der Held an sich selbst zweifelt, und an dem er erst sich selbst überwinden muss, bevor er seinen Gegner / seine Aufgabe überwinden kann.
Und üblicherweise sich auch ersteinmal erstversorgen muss, weil der Gegner ihn einfach deklassiert hat. Das ist meist das Ende des zweiten Aktes, bevor im dritten Akt dann alle Geschütze aufgefahren werden.

Dieser Tiefpunkt ist hier misslungen. Ich vermute, es sollte der Beschuss von Veld sein, als Diana klar wird, dass all ihre Anstregnungen zuvor Vergebens waren. Aber sie hat keinerlei Zweifel. Sie hält weiter an ihrer „Aufgabe“ fest, und an ihrem Glauben, die Situation durchschaut zu haben. Sie reflektiert nicht, sie reagiert nur, völlig blind gegenüber allem, was nicht in ihre vorgefertigte Auffassung der Situation passt.
Es gibt später noch eine Situation, die als Tiefpunkt passen würde: nach dem Tod Ludendorffs. Aber dieser Punkt ist bereits im nächsten Akt, die Musik schwillt, und es ist keine Zeit mehr zum innehalten. Ludendorff war ein würdiger Gegner, und mit der Hilfe des Aufputsch-Gases auch einer, mit dem Steve und seine Mannen nicht fertiggeworden wäre. Ludendorff war eindeutig ihr Job.
Dann einfach ihre Hilfe zu verweigern, obwohl sie weiß und gesehen hat, was das Gas anrichtet, und sie den entsetzlichen Vernichtungsplan kennt, passt nicht zu ihr.

Vielleicht bin ich auch einfach schon zu alt, um mich zu erinnern, wie es war, alle Antworten zu haben. Und zugegebenermaßen hatte ich mit „Glaube an die Macht der Liebe!“ (*schmacht*) auch schon immer meine Probleme.


Unterm Strich: Ich war 2 Stunden gut unterhalten. Und ich werde ihn mir wieder ansehen (Dvd ist vorbestellt…). Ich bin sicher, ich habe einen Haufen Dinge übersehen. Und ich hoffe, dass im Nachgang weitere coole Superheldenfilme mit weiblichem Lead gemacht werden. Ich warte immer noch auf Black Widow…

Aber es tut mir leid, mein Favorit bleibt „The Dark Knight“.

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